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---------------------------------------------------- Weihreter, Hans: Westhimalaya: Am Rande der bewohnbaren Welt Graz: Akad. Druck- und Verlagsanstalt 2001, 272 Seiten, 252 farbige und 71 s/w-Abbildungen, gebunden, DM 134,95 / OeS 949,46 / SFr 117,- Rezensiert von Johannes Litzel M.A., Burg E-Mail: <Agentur_Litzel@t-online.de> Hans Weihreter, ausgewiesener Sammler und Experte fuer asiatische Schmucktraditionen, [1] hat sein neuestes Werk vorgelegt: Westhimalaya - Am Rande der bewohnbaren Welt. Der Himalaya hat zur Zeit - wieder einmal - Hochkonjunktur. Ausstellungen, Publikationen und Filme loesen einander ab, und Qualitaet wird oft durch Quantitaet ueberlagert oder ersetzt. Touristisches, Seichtes wird mit spiritistischem Humbug "aufgepeppt", New Age-Mystizismus ist Pflicht; eine meist wenig bekoemmliche Melange ist das Ergebnis. Wissenschaftliche Publikationen erweisen sich haeufig als staubtrocken; Einzelphaenomene mikroskopisch betrachtend. Manches Werk scheint dabei mehr dem eignen Karrierestreben entsprungen. Anders zeigt sich Weihreters Werk: sachliche Informationen, detailreich mit viel Hintergrundwissen unterbaut, helfen dem Leser bei den Wanderungen durch diese schrecklich-schoene Welt. Der wissenschaftliche Apparat ist knapp, aber durchaus ausreichend beigefuegt; das Glossar ordentlich hilfreich fuer den Ungeuebten. Der Rezensent haette sich zusaetzlich ein Schlag-, Stichwortregister zur leichteren Erschliessung gewuenscht. Das Bildmaterial - farbig im Bildteil - ist reichhaltig und informativ; die eine oder andere Verschattung oder Unschaerfe koennen den Gesamteindruck keinesfalls trueben. Fotografische Puristen und andere Kritiker sollen unter Expedionsbedingungen erst einmal besseres Material vorlegen. Die rasante Veraenderung in den bereisten Gebieten erheben die vorliegenden Aufnahmen in den Rang historischer Dokumente. Die akkurat ausgefuehrten Zeichnungen, nach Vorgaben des Autors, unterstuetzen und erklaeren den Text im besten Sinne. Zuweilen fehlt allerdings ein Masstab oder ein Nordpfeil. Manche Trouvaille der alten Literatur - zum Beispiel Antonio Andrade "Beschreibung Einer weiten ungefaerhliche Reiss", Augsburg 1627 - ueber den Himalaya macht Lust auf mehr. Auf den persoenlichen, emotionalen Bereich muss nicht verzichtet werden. Tagebucheintragungen geben manchen Einblick in die Seelenwelt des Reisenden, des Menschen Weihreter. Und damit offenbart sich der besondere Charakter des Werkes: in weiten Teilen wissenschaftlich, mit Querverweisen, Zitaten, Literaturangaben, historisch, kunsthistorisch, religionswissenschaftlich tief fundierte, praezise formulierte Datenfuelle. Geographische Anmerkungen, Angaben zu Fauna und Flora, Wetter, Wirtschaftsweise, Lebensbedingungen, Trachten und Gebraeuchen , sprachgeschichtliche Hinweise werden mit vom Autor selbst aufgezeichneten Sagen und Mythen kombiniert und kontrastiert. Den Abschluss bildet eine kurze Betrachtung ueber die Bauweise verschiedener Tempel und ihre architektonische Verwandtschaft mit griechischen Bauwerken. Und dazu, darueber, darunter, dazwischen ganz persoenliche expressive Reisebeschreibung des Autors. Der Leser erfaehrt durch diese Sichtweise manches, das sich wissenschaftlichem Betrachten und Beschreiben meist widersetzt. Beispielsweise wenn in einem Palast in Rampur Bougainvillier-Kaskaden die Mauern ueberfluten. Den Ansturm der Moderne selbst in die abgelegensten Taelern sieht Weihreter mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auswuechse und Missstaende finden seine deutliche Kritik. Ethnographisch-ethnologische Literatur in der guten Tradition der Reisenden des 19. und fruehen 20 Jahrhunderts, allerdings ohne okzidentale Ueberheblichkeiten und diskretem Kolonialismus. Sympathie - Mit-Leiden - als Motivation fuer die Reise, zeigt sich als sehr persoenliche Varianz bzw. Erweiterung des Begriffs "Teilnehmende Beobachtung" fuer Weihreter. Ein humanistischer Ansatz fuer Mann und Werk; Avalokitheshvara hat Spuren hinterlassen. Zahlreiche Leserschaft ist dem Buch zu wuenschen. [1] Vgl. Weihreter, Hans: Schmuck aus dem Himalaya. Graz 1988; Ders.: Schaetze der Menschen und Goetter. Alter Goldschmuck aus Indien. Augsburg 1993 [publiziert anlaesslich der Ausstellung "Schaetze der Menschen und Götter - Gold und Silberschmuck aus Asien und Europa" im Museum Villa Rot, Burgrieden-Rot, 19.9. - 14.11.1993]; Ders.: Blumen des Paradieses. Der Fuerstenschmuck Nordindiens. Graz 1997. -- Copyright (c) 2001 by "Museum Professionals" and VL Museen, all rights reserved. WWW: http://www.museumslist.net ; http://www.VL-Museen.de This work may be copied for non-profit educational use if proper credit is given to the author and the list. For other permission, please contact editor@museumslist.net . If you like to review a exhibiton, book or media on museological topic, please contact: marra@museumslist.net
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