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------------------------------------------------------------ Isamu Noguchi - Sculptural Design 20.6. - 18.11.2001 Design Museum, London http://www.designmuseum.org Rezensiert fuer "Museum Professionals" von Jana Scholze, Berlin Isamu Noguchi und / oder Robert Wilson? Es faellt schwer zu entscheiden, welcher von beiden mehr Neugier weckt, um sich die aktuelle Ausstellung im Londoner Design Museum anzuschauen? In gewisser Weise praesentiert die Ausstellung beide Gestalter. Den einen - in Europa unverstaendlicherweise noch fast als Geheimtipp gehandelten japanisch-amerikanischen Kuenstler - in einer Retrospektive. Den anderen mit einer sensiblen, sinnlichen Ausstellungsgestaltung. Die bekanntesten Arbeiten Noguchi's (1904 - 1988) sind sicher die Akari-Lampen, welche heute allen Versionen von Papierlampen als Vorlage dienen. Schwerpunkt der kuenstlerischen Arbeit sind aber Skulpturen, in denen sich die westliche und die oestliche Welt zu treffen scheinen. Sie lassen Einflussnahmen vom japanischen Zen, von der Assistenz Noguchis bei Brancusi oder vom Modernismus des New York der 1920 / 1930er Jahre vermuten. Auch die lange Zusammenarbeit mit der Taenzerin und Choreographin Martha Graham, die Noguchi's Skulpturen in ihren Buehnenbildern verwendete, zeigt ihre Spuren. Gaerten, oeffentliche Plaetze und Interieurs waren wichtige Arbeitsbereiche Noguchis. In ihnen fand der Wunsch, das alltaegliche Leben mittels Kunst zu verwandeln, am deutlichsten einen Ausdruck. Dieses Ziel der Verwandlung erreicht die mit allen Sinnen erfahrbare Ausstellung. Sie bietet exklusive Raumerfahrungen, die den gezeigten Objekten einen jeweilig expliziten Ort und Kontext zuweisen. Texte gibt es in dieser Ausstellung nur am Eingang, die Objekttexte im Faltblatt. Das kuenstlerische Werk soll durch die spezielle Gestaltung der Raeume erfahren werden und dies betrifft - fuer den Besucher ueberraschend - in erster Linie den Fussboden. Material, Farbe, Licht, Ton, sogar der Geruch veraendern sich von Raum zu Raum. Beim Eintritt Kieselsteine; fluechtige Pfeile auf der Wand weisen in einen dunklen Eingang, der in einen schwarzen Raum fuehrt. Einzeln gehangene oder gestellte Skulpturen scheinen aufgrund der weissen Beleuchtung fast dramatisch aus dem Schwarz. Schon hier wird auf die Nutzung einiger der Skulpturen in den Buehnenbildern Graham's Bezug genommen; im Raum verteilt stehen schwarze Stelen, in die versenkt Fernseher eingebaut sind. Da das Bild nur von der Draufsicht betrachtet werden kann, wird der Rundgang durch die bewegten Bilder nicht abgelenkt oder gestoert. Der Ton ist fast zu leise, verstaerkt aber die merkwuerdig "entraeumlichte" Atmosphaere des Raumes. Nach dieser fast meditativen Einfuehrung sticht Strohgeruch in die Nase. Gelbes Licht und Sisalfussboden erzeugen wohnlich, laendliche Atmosphaere - eine ungewohnte Umgebung fuer zerbrechliche Objekte wie die Papierlampen. Das Bekenntnis zur Natuerlichkeit und Einfachheit kann zu Assoziationen fuer Heimat und handwerkliche Techniken fuehren, denn auf solche berufen sich Noguchis Lampen. Wieder ein drastischer Szenenwechsel im naechsten Raum: Wassertropfen und -rauschen, kuehles Grau und Weiss, feiner Sand, schlichte quadratische Betonplatten. Fast die gesamte Grundflaeche bis aus einem Rand entlang der Waende ist mit feinem Sand bedeckt, in dem aus Betonplatten ein Weg gelegt ist. Wie in einem japanischen Garten sind Stein-, Metall- und Holzobjekte in unaufdringliche Beziehung zueinander gebracht. Fast alle Objekte oder Modelle solcher sind fuer den Aussenraum konzipiert, was im Bild des Gartens einfuehlsam wiedergegeben wird. Der letzte Raum ist mit Aluminiumplatten ausgelegt. Es ist anzunehmen, dass diese bei den ersten Besuchern das farbige Licht des Raumes sicher noch tausendfach spiegelten. Inzwischen ist die Oberflaeche allerdings stumpf und matt. Tisch- und Stuhlobjekte, Gartenmodelle, Buehnenbildelemente, Buesten, sogar Babyphon zeugen von der Vielfalt im Schaffen Noguchis. Im Kontrast zum Farbreichtum des Lichtes bilden weisse Skulpturen den Abschluss der Ausstellung. Fuer diese Objekte wurde eine Raumnische mit transparenten Glassplittern ausgelegt, die mit Neonroehren von unten beleuchtet wurden. Man verlaesst die Ausstellung und kann sich doch nur schwer aus der Welt Noguchis loesen. Oder ist es die Robert Wilsons? Die Ausstellung wurde vom Vitra Design Museum in Weil am Rhein in Zusammenarbeit mit der Isamu Noguchi Foundation Inc. in New York und dem Design Museum in London organisiert. Das Ausstellungskonzept und -design stammt von Robert Wilson. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. November im Design Museum in London (Butlers Wharf, Shad Thames; Taeglich 10.00 - 17.45 Uhr), ab dem 8. Dezember im Vitra Design Museum zu sehen. Der Katalog sollte Ende September erscheinen. -- Copyright (c) 2001 by "Museum Professionals" all rights reserved. This work may be copied for non-profit educational use if proper credit is given to the author and the list. For other permission, please contact editor@museumslist.net . If you like to review a exhibiton, book or media on museological topic, please contact: marra@museumslist.net
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