|
View the h-museum Discussion Logs by month
View the Prior Message in h-museum's August 2001 logs by: [date] [author] [thread] View the Next Message in h-museum's August 2001 logs by: [date] [author] [thread] Visit the h-museum home page.
[This mail contains a statement in German language] From: "Martin Wedeking" <martin.wedeking@gmx.de> Subject:: REV-EX [Re] Bayern und Ungarn, Passau [8.5.-28.10.2001] Date: Sun, 5 Aug 2001 15:24:16 +0200 ------------------------------------------------------------------- Reference: http://hclist.de/pipermail/museum/2001-August/000225.html Sehr geehrte Damen und Herren, nachdem ich in der letzten Woche ebenfalls die rezensierte Ausstellung "Bayern und Ungarn - 1000 Jahre" (Bayerischen Landesausstellung) im Oberhausmuseum Passau besucht habe, moechte ich einige Anmerkungen zur Besprechung von Rainer Atzbach machen: Dass die Ausstellung auf die Wirkung der Exponate setzt, halte ich nicht unbedingt fuer einen Mangel, sondern dies sollte eigentlich bei der Gestaltung einer jeden Ausstellung auf der Hand liegen. Die Einfuehrungstexte sind zwar kurz (und jeweils zweisprachig, wie auch die Kommentare zu den Objekten), jedoch bringen sie eigentlich das praegnant auf den Punkt, um was es im folgenden Ausstellungsabschnitt geht. Mir zumindest erschloss sich der historische Hintergrund trotz nur geringer Vorkenntnis der ungarischen Geschichte ganz gut. Der rote Faden ist durchgaengig erkennbar, man verlaeuft sich nicht in einer unueberschaubar angeordneten Themenvielfalt, sondern gelangt chronologisch von einem zum anderen Thema. Die Objekte selbst sind gut und ansprechend praesentiert, uebersichtlich und nicht zu zahlreich, d.h., man kann sie gut ueberschauen. Die Zuordnung der Objektbeschriftungen ist in einigen Vitrinen tatsaechlich etwas unklar, allerdings gefiel mir, dass sie oft doppelt angebracht waren: Sowohl in der Vitrine unmittelbar vor den Objekten als auch neben der Vitrine - so kann man auch dann schon einmal etwas lesen, wenn jemand anderes gerade die anderen Beschriftungen liest bzw. sich die Objekte anschaut. Bei den Objektbeschriftungen wird in etwa einem Satz kurz die Bedeutung des Objekts erlaeutert, auf deutsch und auf ungarisch. Zu viel Text waere hier der Aufnahmebereitschaft abtraeglich (insbesondere der Besucher, aber auch der Beschilderung). Darunter folgen dann auf deutsch kurz die technischen Angaben inklusive Herkunft/Fundort und Eigentuemer/Entleiher. Positiv hervorzuheben ist, dass nicht zu viel fuer den Besucher wenig aufschlussreiche "Flachware" in Form von Urkunden oder aber vom aesthetischen Standpunkt her wenig attraktiver Druckwerke nebeneinander gezeigt werden. Allerdings sind einige der ausgestellten Urkunden Faksimiles aus Papier (inkl. der Siegel) und nicht als solche gekennzeichnet. Warum diese Exponate in dieser Form praesentiert werden, ist der Beschilderung nicht zu entnehmen (nicht ausleihbar? Schon wieder zurueckgegeben? Zu empfindlich?). In einem Raum werden mehrere Buecher praesentiert, allerdings auf eine interessante Art: Auf zwei Seiten sind huefthohe Schraenke aus schwarz lackiertem, glatten Holz hergestellt worden, bei denen man in bestimmten Abstaenden Deckel hochheben kann, unter denen wiederum Aufsichtvitrinen eingebaut sind. In diesen Vitrinen liegen aufgeschlagene Buecher, jeweils schwach beleuchtet. Das Hochheben der Abdeckungen macht jeweils Neugierig auf die darunter zu machenden Entdeckungen, somit bekommen die Buecher neben dem noetigen Lichtschutz auch noch eine hoehere Aufmerksamkeit, als wenn sie offen nebeneinander in Vitrinen praesentiert worden waeren. Das in der Besprechung von Rainer Atzbach erwaehnte Prunkschwert seinerseits wird ausstellungstechnisch ebenfalls hochinteressant zur Geltung gebracht: Man kommt durch das Treppenhaus in einen neuen Raum und geht durch die Tuer auf eine milchige Kunststoffplatte zu, durch die hell ein Kreuz aus Licht leuchtet, darin der Schatten eines Schwertes. Dieser Effekt wird dadurch erzielt, dass hinter der Platte in einer Vitrine das Prunkschwert auf der Spitze steht und mit einigen kleinen, aber starken Laempchen sowohl von unten als auch von hinten aus einer kreuzfoermigen Oeffnung beleuchtet werden. Die Wirkung ist gar nicht schlecht. Man sieht zunaechst eine Art Symbol, wenn man aber dahinter sieht, einen realen Gegenstand, hell erleuchtet, so dass jede Kleinigkeit des kunstvoll gearbeiteten Metalls glaenzend zur Geltung kommt. Schliesslich noch eine Anmerkung zum Wetter: Nicht nur an einem Regentag, wie der Rezensent meint, sondern auch an einem sonnigen Tag ist der Besuch empfehlenswert, denn erst dann lohnt sich der Blick von der Veste Oberhaus ins Tal und auf die Stadt Passau richtig. Bei truebem Wetter ist der Aufstieg zu Aussichtspunkten eher enttaeuschend. An einem heissen Tag wie am letzten Freitag (3.8.2001), an dem ich die Ausstellung besucht habe, ist der Ausstellungsbesuch sogar richtig angenehm, da die Ausstellungsraeume in der Burg klimatisiert sind und von den Innentemperaturen eher wohltuend waren. Mit freundlichen Gruessen Martin Wedeking
|