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Submitted by: Gerald D. Feldman <gfeld@uclink.berkeley.edu>
I must confess that I remain totally unmoved by the 75 year old veteran
who decided to immolate himself at the Feldherrenhalle, and I think it
useful on the occasion of the 50th anniversary of the end of the war to
keep very strictly in mind who the perpetrators really were and who was
responsible for the victimizations and, insofar as Germans were victims,
why they experienced victimization. One of the most moving and important
articles to be published recently was by Karl-Heinz Janssen in the March
24 issue of Die Zeit, "Als Soldaten Moerder Wurden," which reports on the
exhibition concerning the role of the Wehrmacht at the Kulturzentrum
Kampnagel in Hamburg. It demonstrates the direct role of the Wehrmacht
in crimes against humanity in Russia, Italy, and the former Yugoslavia,
as evidenced by the reports and photographs sent home by soldiers. I
take the liberty of quoting the last three paragraphs:
Von derselben Abgestumpftheit, mit der das ungeheurliche Tun
hingenommen wurde, zeugen auf den schwarzen Innenwaenden eine Unmenge von
Bildern, deren Fuelle zuweilen erdrueckt. Man kann die Veranstalter
verstehen, dass sie alles zeigen wollten, was sie entdeck haben. Was im
Gedaechtnis haften bleibt, sind die Leichenkarren mit den toten
Kriegsgefangenen; die Demuetigungen und Misshandlungen der Juden auf
oeffentlichen Plaetzen und dahinter die feixenden Gesichter der Taeter;
die verhaltene Sadismus der Soldaten, die den Juden beim Schaufeln ihrer
eigenen Graeber zuschauen. Und dann, in allen Raeumen, immer wieder der
Bilder von Erschiessungen. Und gegenueber: Galgen, Galgen, Galgen. Bei
diesem barbarischen Treiben legten die Landser selber Hand an: beim
Aufstellen des Schafotts, beim Verknoten des Stricks oder der Schnur.
Geradezu genuesslich werden die einzelnen Stationen des Vorgangs
photographiert. Was war da noch uebriggeblieben vom frisch-froehlichen
Geist in "Wallensteins Lager", aus dem Klaus von Bismarck in seiner
Eroeffnungsrede zitiert: Wo war da im Felde der Mann noch was wert, wo
wurde da das Herz noch gewogen?
Wer es eilig hat, dem mag vollauf reichen, was ihm beim Thema
"Geiselkrieg in Serbien" auf knappen Raum konzentriert und eindringlich
praesentiert wird; das liegt nicht zuletzt an der hervorragenden
Qualitaet der Aufnahmen, die ein Photograph der Propaganda-Kompanie,
Gerhard Gronefeld, gemacht und versteckt hat. Hier finden sich gleich
alle drei Grossverbrechen beisamen, und man sieht im hellen Sonnenlichte
die Herrenmenschen in Feldgrau und Stahlhelm. Denn hier in Serbien ist
die Wehrmacht ganz unter sich, die Einsatzgruppen des SD, denen man
ansonsten gern den Vortritt beim Mordgeschaeft laesst, sind all in
Russland und unabkoemmlich. Da springt die Wehrmacht gern in die Bresche
und macht "Serbien judenfrei". Aber auch gegen die uebrige Bevoelkerung
tobt sich der Geiselterror aus. Man sieht mit an, wie in Stari Becynin
in der Vojvodina elfe Jugendliche in einer Strasse niederknien muessen;
Soldaten legen ihnen die Binde an; andere Feldgraue stehen schon mit dem
Gewehr bereit, je fuenf auf einen. Jeder Bundeswehrsoldat, den es
vielleicht nach Einsaetzen auf dem Balkan geluestet, sollte diese Photos
kennen.
Die anruherendsten, in ihrer Traurigkeit geradezu schoenen
Bilder, von denen man sich nicht trennen mag, wurden am Wege der 6. Armee
aufgenommen, in Lubny, einer Stadt suedoestlich von Kiew. Auf Befehl des
Stadkommandanten hatten Wehrmachtsoldaten 1800 juedische Einwohner zu
einem Sammelplatz gebracht: Maenner, Frauen, Kinder hocken auf ihren
Buendeln, dich vermummt gegen die Oktoberkaelte; die Muetter beschirmen
ihre Kleinen, der Grossvater haelt den Enkel fest im Arme, junge Burschen
und Maedschen scauen dem Kameramann offen ins Gesicht, von dem man nicht
weiss, was ihn an dieser Szene gefesselt haben mag. Nur das
"Pittoeske"? Oder wollte einer hier Zeugnis ablegen fuer fernere
Zeiten? Menschen in stummer Verzweifelung ueber den Exodus, zwischen
Bangen und Hoffen, arglos noch, denn die Einsatzgruppe der SS steht schon
zum Massaker bereit. Die Schlaechter sieht man nicht auf diesen Bildern,
doch man sieht die Treiber, einfache Soldaten in Maenteln, die behutsam
das Volk der Juden zum Schlachthof fuehren.
Sie haben gewusst, was geschah, unsere Vaeter und Grossvaeter,
oder sie konnten es wissen. Noch ist Zeit, sich zu erinnern.
Gerald D Feldman, History Dept. UC Berkeley
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