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Dekonstruktionen von 'Okzident' und Orient' - Wien
11/09
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Universität Wien im Rahmen des Universitätsabkommens Wien/Neapel
“L’Orientale” in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften und dem Don Juan Archiv Wien, Wien
12.11.2009-15.11.2009, Wien
Wien porta Orientis
Von Wien als „porta Orientis“ spricht Hugo v. Hofmannsthal, wohl
wissend, dass die Stadt im kollektiven Gedächtnis als Bastion galt, die
das „christliche Abendland“ vor den Türken und damit dem Islam bewahrte.
Ein „Tor zum Orient“ aber wird Wien durch Übersetzer im Kontext der
diplomatischen Beziehungen zwischen Wien und der Hohen Pforte - unter
anderen mit dem Hafis-Übersetzer Joseph v. Hammer-Purgstall als ihrem
prominentesten Vertreter.
Übersetzen im Mittelmeerraum
Seit der massiven Produktion von arabischen Übersetzungen griechischer
naturwissenschaftlicher, medizinischer, philosophischer Texte im Bagdad
des 8.-10. Jh. und der Übersetzung dieser Texte ins Lateinische und
Kastilische in Spanien ab dem 12. Jh. ist das Mittelmeer Schauplatz von
Übersetzungsprozessen, die die Auffassung vom „Kampf der Kulturen“ als
ideologisch und politisch motivierte Konstruktion entlarven
Don Juan auf der Reise durchs Mittelmeer
Von Sevilla (mit Tirso de Molina) über die nordafrikanischen Küsten und
Italien bis in die Türkei (Goldoni und Szenarien der Commedia
dell’arte), mit Abstechern nach Paris (Molière) und Wien (Da
Ponte/Mozart) - Don Juan fasziniert und irritiert im gesamten
Mittelmeerraum - in verschiedenen Zungen und über Jahrhunderte hinweg.
Schahrasad erzählt ? Übersetzte Räume des Orients
Übersetzungen haben den Orient als das exotische und faszinierende
Andere des Okzidents etabliert. Freilich sind die Orient-Bilder des
Westens vom Orient Projektionen, die es ihm erlauben, sich selbst als
ungebrochen rational zu denken.
Leben und Schreiben in Übersetzungen
Immer mehr Menschen in Europa leben - und manche von ihnen schreiben -
in einer anderen Sprache als der, mit der sie aufgewachsen sind. Sie
sind zu ständigen Übersetzungsleistungen gezwungen - aber aus welcher
Sprache und Kultur in welche andere Sprache und Kultur übersetzen sie
(sich) eigentlich? Wie wird in plurilingualen Lebenswirklichkeiten
geschrieben, wie sehen Übersetzungsprozesse aus, wenn die Ausgangs- wie
die Ziel-Sprachen und -Kulturen brüchig und instabil sind?
Don Juans Frauen übersetzen sich in Szene
Sie sind nicht alle in jeder Fassung des Don Juan-Stoffes präsent, aber
immer sind sie Opfer oder in Gefahr, es zu werden: Anna, Elvira, Tisbea,
Elisa, Zerlina, Maturina - die Damen, die Fischerinnen, die Schäferinnen
und die Bauernmädchen. Hier kommen nur sie zu Wort - hasserfüllt,
hysterisch, anklagend, sich mit knapper Not entziehend, zuletzt
entsagend und verzeihend.
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„WIEN PORTA ORIENTIS“
(in Kooperation mit: ÖAW)
Donnerstag, 12. November 2009, 10.00-19.00
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
10.00 Begrüßung:
Michael Rössner (Univ. München, Univ. Wien, Direktor des Instituts für
Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der ÖAW)
10.30 Präsentation des Projekts Biennale EST:
Johanna Borek (Univ. Wien), Dieter Hornig (Univ. Paris 8), Camilla
Miglio (Univ. Neapel “L’Orientale”)
11.30 Eröffnungsvortrag:
Gudrun Harrer (Der Standard):
Morgenländer und andere Schurken
12.30 - 14.30 Mittagspause
Anschließend:
Johannes Feichtinger (ÖAW), Johann Heiss (ÖAW):
„Shared Spaces“: Wien und die translatio orientis
Michele Bernardini (Univ. Neapel „L’Orientale”):
The Translation of Timur’s Deeds between Eastern and Western
Stratifications
Sibylle Wentker (ÖAW):
Persische Geschichte oder persische Literatur? Hammer-Purgstall und die
Geschichte der Mongolen in Iran
Camilla Miglio (Univ. Neapel „L’Orientale“, Moderation)
Kaffeepause
Christopher F. Laferl (Univ. Salzburg):
„Afin que saichez entierement des nouvelles du Turc...“ Vom Osten in den
Westen: Das Osmanische Reich in der Familienkorrespondenz Ferdinands I.
Caroline Herfert (Wien):
Österreichischer Dichter und türkischer Diplomat: Murad Efendi
(1836-1881) als kultureller Übersetzer
Johanna Borek (Univ. Wien, Moderation)
Freitag 13. November 2009, 9.00 Uhr – 19.00
9., Universitätscampus, Aula
9.00 Begrüßung:
Arthur Mettinger (Vizerektor der Universität Wien), Andrea Seidler
(Vizedekanin der Philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät,
Universität Wien), Michael Metzeltin (Vorstand des Instituts für
Romanistik)
Anschließend:
Iain Chambers (Univ. Neapel “L’Orientale”/Durham University):
Thinking the Mediterranean, rethinking Modernity
Federico Italiano (ÖAW):
Translatio maris. Zur atlantischen Übersetzung des Mittelmeeres
Christopher F. Laferl (Univ. Salzburg, Moderation)
Kaffeepause
Stefan Nowotny (Wien):
Wie das Mittelmeer zum Festungsgraben wurde. Europa und die Politiken
der unterbrochenen Übersetzung
Lidia Curti (Univ. Neapel „L’Orientale“/Durham University):
Attraversamenti mediterranei: verso una nuova letteratura italiana
Mohammad-Jilani Zouaghi (Univ. Paris 8):
Quelques déconvenues dans l’histoire de la traduction vers l’arabe
Dieter Hornig (Univ. Paris 8, Moderation)
13.00 - 15.00 Mittagspause
Sakine Eruz (Univ. Istanbul):
Das polykulturelle Imperium der tausend Zungen: Das Osmanische Reich und
seine Übersetzer
Michaela Wolf (Univ. Graz):
„Die Stadt, in der ich lebe, gibt den Turm zu Babel trefflich
wieder...“. Gegenentwürfe zu orientalistischen Perspektiven im 18.
Jahrhundert: Briefe aus dem Orient von Lady Mary Wortley Montagu
Johanna Borek (Univ. Wien):
Der Westen kam schon immer ohne Araber aus! Die Affäre Goughenheim und
die „griechischen Wurzeln des christlichen Europa“
Gudrun Rath (Univ. Wien/Konstanz, Moderation)
Kaffeepause
Camilla Miglio/Domenico Ingenito (Univ. Neapel)
Von Hafis zu Goethe über Istanbul und Wien
Theresia Prammer (Berlin/Bologna):
„Fremde Fühlung“. Figuren der Appropriation in Goethes West-östlichem
Divan
Federico Italiano (ÖAW, Moderation)
Samstag, 14. November 2009, 10.00-14.00 Uhr
Volkstheater, Rote Bar
7., Neustiftgasse 1
Michael Rössner (ÖAW, Univ. München, Univ. Wien)
H.E. Weidinger (Don Juan Archiv Wien, Wien/Florenz)
Lesung: Sebastian Baur (Berlin)
Camilla Miglio (Univ. Neapel „L’Orientale“, Moderation)
14. November 2009
Aux Gazelles
19.00:
Stefania De Lucia (Neapel/Freiburg):
Das Eigene und das Fremde. Hybride Darstellung des Orients im Werk
Hofmannsthals
Regina Keil-Sagawe (Heidelberg)
Claudia Ott (Univ. Erlangen):
Tausend Übersetzungen für ein Werk ohne Original
Johanna Borek (Univ. Wien, Moderation)
Lesung: Maha Saedaddin (Wien) und die Autor/innen und Übersetzer/innen
15. November 2009
Literaturhaus
„LEBEN UND SCHREIBEN IN ÜBERSETZUNGEN”
(Im Rahmen des Universitätsabkommens Wien/Neapel “L’Orientale”)
11.00-14.30 Gespräch und Lesung mit:
Seher Çakir (Wien), Dieter Hornig (Paris), Adan Kovacsics (Barcelona),
Boris Buden (Berlin), Peter Waterhouse (Wien)
Giusi Zanasi (Univ. Neapel „L’Orientale“, Moderation)
15. November 2009
Volkstheater, Rote Bar
„DON JUANS FRAUEN ÜBERSETZEN SICH IN SZENE“
(In Kooperation mit: Don Juan Archiv Wien)
22.00-1.00 Szenische Übersetzung mit Susi Stach
und Gespräch zum Theaterübersetzen mit:
Ulf Birbaumer (Wien), Gabriele C. Pfeiffer (Wien), Dieter Hornig
(Paris), Michael Rössner (München/Wien), Helen Zellweger (Wien)
1.00-4.00:
Abschlussfest mit FATIMA SPAR and The Freedom Fries
und DJ Miss Ümit
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johanna.borek@univie.ac.at
URL zur Zitation dieses Beitrages
<http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=12550>
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HUMANITIES - SOZIAL- UND KULTURGESCHICHTE
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E-Mail: hsk.redaktion@geschichte.hu-berlin.de
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