|
View the H-Germanistik Discussion Logs by month
View the Prior Message in H-Germanistik's November 2009 logs by: [date] [author] [thread] View the Next Message in H-Germanistik's November 2009 logs by: [date] [author] [thread] Visit the H-Germanistik home page.
tuebingen.de> Subject: CFP: Der moderne Kinder- und Jugendfilm. Filmwissenschaftliche und filmdidaktische Perspektiven, Tübingen (31.01.2010) Date: Tuesday, November 17, 2009 20:14 PM Call for Papers Konferenz an der Eberhard Karls-Universität Tübingen, 17.-19. März 2011 Organisatoren: Christian Exner (Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland) & Bettina Kümmerling-Meibauer (Universität Tübingen) Der moderne Kinder- und Jugendfilm. Filmwissenschaftliche und filmdidaktische Perspektiven Dass der Kinder- und Jugendfilm heute nicht nur von einem breiten Publikum, sondern auch von Filmkritikern, Wissenschaftlern und Pädagogen akzeptiert und sogar als wesentlicher Bestandteil der schulischen Bildung angesehen wird, zeigt sich u.a. im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 1. Februar 2007 sowie im Schluss-Bericht „Kultur in Deutschland“ der Enquete-Kommission vom 11.12.2007. Kinder und Jugendliche sollen demnach frühzeitig Medienkompetenzen durch Lehrkräfte, Fachpersonal und Pädagogen vermittelt bekommen (Seite 396). Einhellig wird dabei die Auffassung vertreten, dass dem Kinderfilm als wichtigem Bestandteil der modernen (Kinder)Kultur ein entsprechender Platz schon in der Schule eingeräumt werden müsse. Diese bildungs- und kulturpolitischen Entscheidungen tragen der Auffassung Rechnung, dass das Erlernen eines differenzierten Umgangs mit der „Sprache“ der bewegten Bilder, und dazu gehört eben auch der Kinder- und Jugendfilm, ein wichtiger Bestandteil der ästhetisch- kulturellen Erziehung sein sollte. Dieses zunehmende Interesse an der Filmbildung trägt der Beobachtung Rechnung, dass sich der Kinder- und Jugendfilm allmählich an den Film für Erwachsene annähert. Diese Annäherung zeigt sich nicht nur hinsichtlich der Integration bislang tabuisierter Themen, sondern auch in der Wahl narratologischer Strategien, die zur Komplexität des modernen Kinder- und Jugendfilms beitragen, so etwa Retrospektiven, Wahl eines Ich-Erzählers, Verbindung verschiedener Zeit- und Erzählebenen und Multiperspektivität. Auch wenn diese Erzählmittel ebenso wie entsprechende filmästhetische Praktiken, wegen des noch fehlenden Weltwissens von Kindern oder der Anpassung an die kognitiven Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen, nur in eingeschränktem Maße eingesetzt werden können, so offenbart sich hier doch die Tendenz, den Kinder- und Jugendfilm als eigenständige Kunstform und damit auch Kinder als kompetente Rezipienten ernst zu nehmen. Das Ziel der geplanten interdisziplinär ausgerichteten Konferenz besteht darin, Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen (Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Pädagogik, Psychologie) zusammenzubringen, um auf diese Weise die aktuelle Forschung zum Kinderfilm zu bündeln und neue Fragestellungen die für eine künftige Kinderfilmforschung von Relevanz sind, zu entwickeln. Denn die ausschließliche Fokussierung auf die Inhalte von Filmen sowie deren Anbindung an die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und die Analyse der Bezüge zwischen Literatur und Film werden dem Medium „Kinderfilm“ als eine ästhetische Kunstform nicht vollständig gerecht . Im Zentrum steht dabei der Versuch, im Rekurs auf aktuelle Untersuchungen zur Filmästhetik, Filmnarratologie und Kognitionspsychologie die Erzählweisen und visuell-ästhetischen Mittel des Kinder- und Jugendfilms zu reflektieren. Folgende mögliche Fragestellungen bieten sich an: Genrekonstruktionen und –deskonstruktionen im Kinderfilm Erzählen von Zeit (Retrospektive, Zeitsprünge, historisches Bewusstsein) Postmoderne Erzählverfahren im Kinderfilm Farbe im Kinderfilm Rolle der Musik und Tongestaltung Verfilmungen von Kinderliteratur, insbesondere Bilderbüchern Genderaspekte: Moderne Rollenbilder im Kinderfilm Funktionen der Gegenspieler und Nebenfiguren Kinderfilm zwischen Eskapismus und Aufklärung, zwischen Fantasie und Konfrontation mit sozialen Realitäten Chancen originärer Kinderfilmdrehbücher (Filmbildung jenseits der Literaturverfilmung) Wahrnehmungsentwicklung von Kindern (z.B. Einfachheit versus Komplexität des Kinderfilmplots; Multiperspektivität im Kinderfilm; Ironieverständnis) Kriterien für die Erstellung eines Kinderfilmkanons Eine Veröffentlichung der Beiträge ist geplant. Die Deadline für die Einreichung von Vorschlägen ist der 31. Januar 2010. Interessierte sind herzlich eingeladen, ein Abstract (300 Wörter für einen Vortrag von 30 Minuten Länge mit anschließender Diskussion) und eine kurze Biographie (20 Zeilen) als Word-Dokument an die Organisatoren zu schicken: Christian Exner: exner@kjf.de Bettina Kümmerling-Meibauer: bettina.kuemmerling-meibauer@uni- tuebingen.de Die Benachrichtigung über die Annahme des eingereichten Vorschlags erfolgt bis zum 28. Februar 2010. Die Konferenzgebühr beträgt 100 Euro (Verpflegung, Konferenzmappen). Für weitere Fragen wenden Sie sich an die Konferenzorganisatoren: Christian Exner Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland Küppelstein 34 42857 Remscheid e-mail: exner@kjf.de Prof. Dr. Bettina Kümmerling-Meibauer Universität Tübingen Deutsches Seminar Wilhelmstr. 50 72074 Tübingen e-mail: bettina.kuemmerling-meibauer@uni-tuebingen.de ___________________________________________________________________ H-GERMANISTIK Netzwerk für literaturwissenschaftlichen Wissenstransfer Humanities-Network for German Literature and Philology mail: redaktion@h-germanistik.de www: http://www.h-germanistik.de Beiträge / contributions: www.germanistik-im-netz.de/h-germanistik ___________________________________________________________________
|